Krinke GmbH & Co. KG

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Durchstich durch den Deich für Kies- und Sandabbau

Pressebericht in der Kreiszeitung vom 19.04.2014

Die derzeitige Abbaufläche der Firma Krinke. Die Abbaufläche wird nach rechts über den Deich sowie den gemeindeeigenen Weg hinaus erweitert.

Thedinghausen - THEDINGHAUSEN-WERDER · Einhellig hatte der Thedinghauser Gemeinderat in letzter Zeit mehrfach die Erweiterungspläne der Firma Krinke im Bereich Werder abgelehnt (wir berichteten). Doch letztlich musste sich die Kommune den übergeordneten Gegebenheiten beugen. Die Planfeststellung zu einem Kiesabbau innendeichs ist erfolgt. Die Bagger sind angerollt.

Das freut insbesondere Unternehmer Uwe Krinke sowie seine Schwester und Geschäftsführerin Waltraud Zietlow. Die Familie baut seit 51 Jahren in Werder den begehrten Rohstoff ab. „Das jetzige Sand- und Kiesvorkommen ist erschöpft. Es gibt dort nur noch sehr wenige Reserven. Hätten wird die Genehmigung nicht erhalten, hätten wird den Betrieb schließen müssen“, meint Uwe Krinke.

„Unsere Argumente waren zu dünn und zum Teil durch Gutachten widerlegt“, erläutert Gemeindedirektor Gerd Schröder. „Unsere Weigerung, auf ein paar Quadratmetern die gemeindeeigene Straße am Deichfuß untertunneln zu lassen, reicht einfach nicht aus, um ein solches Großprojekt, das von entsprechenden Raumordnungsverfahren gestützt wird, zu verhindern.“

Die Bagger sind jetzt jedenfalls angerollt. Der Deich-Durchstich ist erfolgt. Auf rund sieben Hektar Fläche, die Uwe Krinke bereits im Vorfeld von örtlichen Landwirten erworben hatte, wird hier in Kürze Sand und Kies von besonders hochwertiger Qualität abgebaut. Dabei entsteht ein See von knapp sechs Hektar Größe.

Dieser große See in der Nähe von Wohnbebauung war es auch, der vielfach zu Befürchtungen bei der Einwohnerschaft von Werder geführt hatte – beispielsweise, dass die Ortschaft über unterirdische Strömungen bei einem Weser-Hochwasser „absaufen“ könnte oder es zu unberechenbaren Abrutschungen kommen könnte. Auch die Deichsicherheit wurde in Frage gestellt. Diesen Befürchtungen widersprachen Gutachter. Zum Schutz der Ortschaft Werder wird zudem ein rund zwei Meter hoher Deich rund um das künftige Abbaugebiet angelegt.

Gefördert wird in einer Tiefe von rund 19 Metern – und das rund 1000 Kubikmeter pro Tag. Im Einsatz wird ein Saugbagger sein, wodurch man sich auch eine geringere Lärmbelastung verspricht (bisher war im alten Gebiet ein riesiger Seilbagger im Einsatz).

Im Gegenzug für die Inanspruchnahme der Gemeindestraße hat der Unternehmer eine weitere Begrünung, zusätzlich zu den gesetzlich vorgeschriebenen Ausgleichsmaßnahmen, schriftlich zugesagt. Außer dem ökologischen Aspekt soll so eine Art Sichtschutz in Richtung Landesstraße geschaffen werden.

Unklar ist noch, inwieweit der zweite Teil der Befürchtungen des Gemeinderates zu diesem Vorhaben irgendwann zum Tragen kommen könnten –  eine mögliche nochmalige Erweiterung des Gebietes Richtung Streek. Dem müssten zwar neue Genehmigungsverfahren vorausgehen, der derzeitige Entwurf der regionalen Raumordnungsplanung ließe eine solche Erweiterung aber grundsätzlich zu.

Soweit denken Uwe Krinke und Waltraud Zietlow noch nicht. Sie sind erst einmal froh, dass sie überhaupt weitermachen können. „Unsere 15 Arbeitsplätze sind jetzt sicher, wir werden sogar noch neue Kräfte einstellen. Zudem werden wir Büro und Hallen umbauen und vergrößern.“

Das alte Abbaugebiet wird über kurz oder lang renaturiert werden. Die Teiche liegen im Landschaftschutzgebiet und könnten den Mittelpunkt eines großen Biotopes bilden. Beim Landkreis gibt es in dieser Sache zumindest schon so etwas wie Gedankenspiele. In der Gemeinde gibt es aber auch Stimmen, die sich an diesem Fleckchen Erde in Teilbereichen durchaus auch Freizeitaktivitäten vorstellen können.

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